
Er hat als Statist angefangen und ist beim Film geblieben.
Damals noch in der Schule, dann Ausbildung in Schauspiel und Sprecherziehung, dann Arbeit als Mikrofon- und Kameraassistent bei Fernsehsendungen, Werbespots und internationalen Spielfilmen. Von 1978 bis 1996 im ORF, zuletzt als leitender Redakteur der Zeit im Bild II. Danach Film, und im Jahr 2000 die eigene Firma.
Die Nachrichtenredaktion sieht man den Filmen an. Die Letzten Tage der Menschheit ist ein Film über Krieg und Propaganda, gebaut aus Archiven, Historikern und Militäranalysten. Glänzend verfolgt hundertvier Jahre einer einzigen Fabrik. Keinen von beiden macht jemand wegen der Bilder.
Ein Studium der Wirtschaftswissenschaften hat er begonnen und nie beendet. Das andere hat er beendet, zwanzig Jahre später: einen Master in Film- und Medienwissenschaft, mit einer Arbeit über Filmförderung in Österreich. An derselben Einrichtung unterrichtet er heute.
Die Beste aller Welten war Adrian Goigingers Debüt. Anfang der 2010er Jahre war Ritzberger der einzige Produzent, der bereit war, sich für einen unbekannten jungen Regisseur aus Salzburg einzusetzen, und er hat das Projekt überall dorthin geschoben, wo es geschoben werden musste.
Der Film gewann den Österreichischen Filmpreis und die Romy, beide in den Produzentenkategorien, dazu das Goldene Österreich-Ticket für den Kinoerfolg. Über hundert Auszeichnungen weltweit.
Filmproduzent ist in Österreich ein freies Gewerbe — die Bezeichnung darf jeder führen. Das CAFP-Zertifikat der Wirtschaftskammer ist der Teil, den ein Fremder in einem öffentlichen Verzeichnis nachsehen kann.
Er ist außerdem zertifizierter Green Filming Consultant, Evergreen Prisma, Oktober 2022, einer der Ersten in Österreich, und unterrichtet an der USTP – Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten das Fach Sustainability in Film- and Media-Production.
Er hat Säbel gefochten, sehr bald mit beachtlichem Erfolg — Staatsmeister, Österreichischer Akademischer Meister, Wiener Landesmeister, WM-Teilnehmer, jahrelang in der österreichischen Weltcup-Mannschaft. Fechten ist eine Frage des Mindsets: Als er einem Journalisten gegenüber als Ziel für die bevorstehende Weltmeisterschaft „Weltmeister werden“ definierte, meinte er auf die Frage, ob das nicht ein wenig unrealistisch sei: „Nicht Weltmeister bin ich jetzt auch schon. Wenn ich mir das nicht als Ziel setze, kann ich gleich daheim bleiben.“ Und wer Sport auf diesem Niveau betrieben hat, weiß, was Leistung heißt, ist bereit, alles einzusetzen, und gibt nicht so schnell auf.
Und dann das Segeln. Gelernt hat er es mit vierzehn im Ferienhort am Wolfgangsee, dem Sehnsuchtsort seiner Jugend, den es so nie wieder geben wird können. Aus der Freizeitbeschäftigung wurde ein professioneller Skipper auf allen Weltmeeren, Ausbildner und Prüfer. Auch hier ist das Mindset wichtig: Das Wetter lässt sich nicht verhandeln, die Entscheidungen fallen mit dem Wind, gemeinsam mit einer vielleicht müden, überforderten Mannschaft — letztlich muss er alle sicher in den Hafen bringen. Vom Prinzip her wie ein Drehtag, wie ein Film: Am Ende sitzen alle sicher im Hafenrestaurant.
Das tägliche Produktionsgeschäft führen Marie-Christine Riffert, Meichen Liu und Elisabeth Uhl. Wenn Sie eine internationale Produktion nach Österreich bringen, sind das die Personen, mit denen Sie arbeiten.
Wolfgang Ritzberger schreibt, führt Regie und berät. Er kommt dort herein, wo ein Projekt den kaufmännischen und rechtlichen Rahmen oder die grünen Kriterien braucht. Bei den eigenen Filmen führt er Regie.
Für ein Buch, eine Regiefrage oder die grünen Kriterien: office@ritzlfilm.at · LinkedIn