Genf, 1933. Eine junge Wienerin trifft einen koreanischen Unabhängigkeitskämpfer, der kein Land hat, in das er zurückkehren könnte. Sie folgt ihm ins Exil — und kommt nie nach Hause.
Seoul, 1990. In einem ummauerten Haus über der Altstadt sitzt eine österreichische Journalistin einer Neunzigjährigen gegenüber, die mit ihren Nachbarinnen fließend Koreanisch spricht und ihre Muttersprache seit Jahrzehnten nicht mehr benutzt hat. Erika ist gekommen, um das Leben dieser Frau aufzuschreiben. Am Ende wird sie sich nicht mehr sicher sein, ob sie das darf.
Genf, 1933. Hanni Schneider — dreiunddreißig, vier Sprachen, jüngste von drei Töchtern eines Wiener Sodawasserfabrikanten — sitzt bei einem Hotelessen neben einem Delegierten, den niemand eingeladen hat: Igeon Choi, der beim Völkerbund für ein Land vorspricht, das von der Landkarte gelöscht wurde. Die beiden sprechen Deutsch miteinander. Er bietet ihr etwas an, das ihre Welt nicht kennt — eine Sache, die größer ist als ein einzelnes Leben.
Sie sagt ja. Gegen ihre Mutter, gegen ihre Klasse, gegen jede Vernunft. Am Wiener Westbahnhof sagt ihre Mutter, sie könne jederzeit nach Hause kommen. Sie kommt nie.
Honolulu. New York. Washington. Hanni lernt Kimchi einzulegen und lernt, im eigenen Wohnzimmer in der dritten Person über sich reden zu hören. Und sie lernt, dass Exil kein stiller Zustand ist: ein Mann im grauen Anzug in Genf; ein Manuskript, das nicht im Auto liegt, als in Chicago das Messer kommt; ein Haar zwischen Tür und Rahmen einer Wohnung, die mithört. Sie ist es, die es findet. Sie ist es, die die Falle stellt.
Dann kommt die Befreiung. Und die Präsidentschaft, der Krieg, die Residenz — und die langsame Verwandlung des Mannes, dem sie gefolgt ist, in einen, den sie nicht mehr erkennt. Sie bekommt alles, wofür sie alles aufgegeben hat. Und ist damit allein.
HANNI entsteht als gleichberechtigte Koproduktion zwischen Österreich und Südkorea. RitzlFilm und G300 Entertainment finanzieren zu gleichen Teilen, gedreht wird in beiden Ländern mit Stab aus beiden Ländern.
HANNI ist von der wahren Geschichte der Wienerin Franziska Donner und des koreanischen Unabhängigkeitspolitikers Syngman Rhee angeregt. Figuren, Namen und Handlung des Films sind frei gestaltet.