Wenn Sie in Österreich eine Produktionsfirma auswählen, begegnen Ihnen vier Buchstaben: CAFP. Hier steht, was sie bedeuten, wer das Zertifikat bekommt, wofür es steht — und warum ein Produzent mit Preisen sich trotzdem prüfen lässt.
Certified Austrian Film Producer ist ein Gütezeichen, das die Wirtschaftskammer Österreich über den Fachverband der Film- und Musikwirtschaft vergibt. Es existiert seit 2014.
Es gibt einen konkreten Grund dafür. Filmproduzent ist in Österreich ein freies Gewerbe: Seit 1994 darf sich jeder so nennen. Keine Prüfung, keine Konzession, keine Mindesterfahrung. Die Kammer hat CAFP eingeführt, damit Auftraggeber in einem Markt, in dem die Berufsbezeichnung allein nichts aussagt, etwas Objektives zur Orientierung haben.
Die Voraussetzungen sind veröffentlicht und im Regelfall nicht verhandelbar.
Wo die Unterlagen die Frage nicht klären, kann der Fachverband ein Fachgespräch verlangen, in dem die besondere Eignung nachzuweisen ist. Der Nachweis kann auch über bereits produzierte Filme, Credits und Referenzen geführt werden.
Ausnahmen von einzelnen Voraussetzungen sind bei besonders berücksichtigungswürdigen Umständen möglich — ein Rechtsanspruch auf das Zertifikat besteht allerdings nicht. Es kann verweigert werden.
Zertifizierte Unternehmen werden in ein öffentliches Verzeichnis aufgenommen und dürfen das Zeichen im Geschäftsverkehr verwenden.
An der kaufmännischen und rechtlichen Seite. Fünf Jahre Praxis und die Gewerbeberechtigung haben viele — der Nachweis über Betriebswirtschaft, Recht oder ein Filmstudium ist in der Praxis die eigentliche Hürde.
Das ist Absicht. Geprüft wird, ob die Person, die Ihr Geld in die Hand nimmt, weiß, was sie damit tut.
Zwei Klarstellungen, die zur Ehrlichkeit gehören.
Es prüft die kaufmännische Seite. Belegt werden betriebswirtschaftliche, rechtliche und organisatorische Kompetenz. Über Geschmack entscheidet es nichts — dafür gibt es Preise und Festivals.
Es kommt aus dem Werbe- und Wirtschaftsfilm — Werbespots, Imagefilme, Schulungsfilme. Das ist der Markt, für den es Ordnung schaffen sollte, und dort hat es sein Gewicht.
Warum steht es dann überhaupt auf dieser Seite?
Diese Frage wird uns gestellt, und sie ist berechtigt. Wolfgang Ritzberger hat den Österreichischen Filmpreis als Produzent des Besten Spielfilms, den Romy-Produzentenpreis für den Besten Film und die Diagonale-Auszeichnung für innovative Produktionsleistung. Warum also zusätzlich eine Kammerzertifizierung?
Weil beide verschiedene Fragen beantworten.
Ein Preis sagt, dass eine Jury von Kolleginnen und Kollegen einen bestimmten Film für gut befunden hat. Er ist rückblickend, er betrifft ein Projekt, und über die Buchhaltung sagt er nichts.
Das Zertifikat sagt etwas Langweiligeres und für einen Auftraggeber Nützlicheres: fünf Jahre in der Verantwortung, Gewerbeberechtigung, nachgewiesene kaufmännische und rechtliche Kenntnisse, transparente Kalkulation. Jemand hat es geprüft. In einem Markt, in dem sich jeder Filmproduzent nennen darf, ist das die einzige Aussage auf dieser ganzen Seite, die ein Fremder überprüfen kann, ohne etwas von Film zu verstehen.
Und bei Serviceproduktion ist die langweilige Hälfte die Arbeit. Eine internationale Produktion, die nach Österreich kommt, braucht keinen lokalen Produzenten mit einer Vision. Sie braucht jemanden, der die Kollektivverträge kennt, der dasselbe Budget dreimal verschieden für drei verschiedene Stellen darstellen kann, der weiß, wo sich das österreichische Urheberrecht von dem zu Hause unterscheidet, und der so transparent kalkuliert, dass die Zahlen eine Prüfung überstehen.
Die Preise sagen Ihnen, dass die Filme es wert waren. Das Zertifikat sagt Ihnen, dass das Produktionsbüro funktioniert hat.
Verlassen Sie sich auf das Verzeichnis, nicht auf ein Logo — auch nicht auf dieses. Die Wirtschaftskammer führt eine öffentliche Liste der zertifizierten Unternehmen. Ein Blick dorthin dauert eine Minute und beantwortet die Frage abschließend.
Wolfgang Ritzberger hat das Zertifikat.
Das zweite Gütezeichen, das bei jeder österreichischen Serviceproduktion zu prüfen ist, ist das grüne — ohne zertifizierten Green Filming Consultant oder green-zertifiziertes Unternehmen sind die fünf Prozent Green Bonus für Ihr Projekt gar nicht verfügbar. Das steht auf unserer Seite Green Filming.
Voraussetzungen nach der Veröffentlichung des Fachverbands. Sie werden von Zeit zu Zeit überarbeitet — bitte prüfen Sie die aktuelle Fassung, bevor Sie sich auf diese Zusammenfassung verlassen.